Einer der Tipps, wie man sich am besten vor einem Einbruch schützt, ist jener, eine gepanzerte Eingangstür einbauen zu lassen. Klar ist: Eine solche ist nicht billig, vor allem dann, wenn man Wert auf Qualität und Sicherheit legt. Was aber macht Qualität und Sicherheit einer gepanzerten Tür aus? Worauf müssen wir bei der Auswahl achten?

Der Türrahmen

Zuerst geht es einmal darum, die Mindeststandards einer Eingangstür zu kennen. Zu diesen gehört zuallererst, dass Tür und Rahmen eine Einheit bilden, die aus stabilen Materialien gefertigt ist und die man mit “normalen” Einbruchsmethoden nicht zerstören kann. In den meisten Fällen sichert man den Türrahmen deshalb mit Stahlstiften ab, die etwa zehn Zentimeter in das Mauerwerk ragen und damit den Türrahmen verankern.

Das Schloss

Ist der Türrahmen einmal gesichert, kann und muss man sich dem Schloss, den Scharnieren und dem Türpfosten zuwenden. Beschädigte oder minderwertige Schlösser sind schließlich immer noch der Schwachpunkt Nummer eins, den Diebe zu nutzen wissen. Deshalb muss der Riegel des Schlosses mindestens zwei Schlüsselumdrehungen zulassen und schon mit einer mindestens 20 mm in das Mauerwerk eindringen. Dazu müssen die Scharniere robust genug und der Türpfosten fest im Mauerwerk verankert sein. Diese Voraussetzungen von einem Experten begutachten zu lassen, ist grundlegend. Funktioniert nämlich nur ein Bestandteil nicht, wie er sollte, bietet die Tür keine Sicherheit mehr.

Ein solider Türschild oder eine (kleinere) Rosette, die nicht abgerissen werden können, sind ebenfalls wichtig. Vor allem dann, wenn die Tür schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat oder der Zylinder absteht, sollte man an einen Austausch denken.

Der Zylinder

Der Zylinder spielt schließlich eine weitere Hauptrolle, wenn es um die Einbruchssicherheit Ihrer Eingangstür geht. Heute werden meist Profilzylinderschlösser verwendet, die nur mit Hilfe registrierter Schlüssel geöffnet werden können. Dazu verfügen sie über einen Aufbohrschutz, können nicht mit einem Dietrich geöffnet und auch nicht von der Tür gerissen werden. Wer auf einen Qualitätszylinder setzt, sollte nachschauen, ob er nach UNI EN 1303:05 zertifiziert ist.

Die Sicherheitsklassen

Das italienische Institut für Normen (UNI) hat sechs Sicherheitsklassen für gepanzerte Türen definiert, wobei das Sicherheitsniveau mit dem Wert der Zahl steigt. Nach der Norm UNI ENV 1627-30 gibt es demnach folgende Sicherheitsklassen:

  • Klasse 1: Hält Zugriffsversuchen nur mit Körperkraft und ohne Werkzeuge stand,
  • Klasse 2: Hält Zugriffsversuchen mit herkömmlichen Werkzeugen stand,
  • Klasse 3: Hält Zugriffsversuchen eines Gelegenheitseinbrechers mit einem Brecheisen stand,
  • Klasse 4: Hält Zugriffsversuchen eines Einbruchsexperten stand, der mit Sägen, Hammer etc. ausgerüstet ist,
  • Klasse 5: Hält Zugriffsversuchen eines Einbruchsexperten stand, der mit elektrischen Werkzeugen wie Bohrern, Schleifscheiben etc. ausgerüstet ist,
  • Klasse 6: Hält Zugriffsversuchen eines Elektronik- und Einbruchsexperten stand, der mit elektrischen Geräten ausgerüstet ist.

Türen der ersten beiden Klassen werden meist nur für Eingangstüren in Mehrfamilienhäusern und Gebäuden mit geringem Einbruchsrisiko empfohlen, während Türen der Klassen 3 und 4 meist in Einfamilienhäusern und gehobeneren Wohnungen verbaut werden. Die beiden höchsten Klassen kommen in besonders zu sichernden Gebäuden zum Einsatz, etwa in Banken oder bei Juwelieren. Klar ist, dass der Preis der Tür mit der Sicherheitsklasse steigt, weshalb in den meisten Fällen für Wohnungen Türen der Klasse 3 empfohlen werden. Sie stellen den besten Kompromiss zwischen Preis und Leistung dar.

Die sechs Sicherheitsklassen sind auf der Grundlage der europäischen Normen definiert worden. Geprüft werden statische und dynamische Belastungen sowie manuelle Manipulationen.

Weitere Empfehlungen

Das Material, aus dem Ihre Tür gefertigt ist, ist nur von marginaler Bedeutung. Heute haben die meisten Hersteller verschiedenste Modelle im Sortiment, die alle gleich robust sind und sich optisch an den jeweiligen Architekturstil anpassen lassen.

Keine Kompromisse darf man indes beim Türrahmen eingehen, der ausschließlich aus Stahl sein sollte. Zusätzliche Riegelsysteme werden vor allem von Menschen gewünscht, die allein leben, weil sie eine kontrollierte Türöffnung ermöglichen und von außen nicht aufgebrochen werden können. Und auch ein Spion in der Tür kann durchaus von Vorteil sein.

Beachten Sie auch, dass die Investition in eine einbruchsichere Tür von der Steuer absetzbar ist. Ihr Türenlieferant kann Ihnen dazu bestens Auskunft geben.

Noch eine letzte Überlegung: Wie sicher auch immer Ihre Tür ist – sie ist kein Ersatz für die Sicherheitsvorkehrungen, die wir bereits erklärt haben. Bleibt sie etwa offen stehen, hält selbst die beste Panzertür einen Einbrecher nicht ab. Klar, das klingt nach einer Binsenweisheit, wir wissen aber aus Erfahrung, wie wichtig die Sicherheitstipps sind. Schließlich ist Vorsorge immer besser.