Im letzten Post haben wir erklärt, wie eine Einsatzzentrale funktioniert, wer dort Dienst tut und wie die Aufgaben verteilt sind. Was wir dabei weniger im Auge hatten, ist die Erklärung, warum es sinnvoll ist, eine Alarmanlage an eine solche Einsatzzentrale zu koppeln, will man das Sicherheitsniveau entscheidend heben.

Keine Anbindung

Zuallererst muss klargestellt werden, dass eine Alarmanlage nicht an eine Einsatzzentrale angebunden werden muss. Sollten Sie außer Haus sein und der Alarm wird ausgelöst, schrillt in diesem Fall eine Sirene. Sind Sie aber sicher, dass das Ihre Nachbarn auch wirklich kümmert? Kommen sie zu Hilfe? Kontrollieren sie, was den Alarm ausgelöst hat? Eine nicht mit einer Einsatzzentrale gekoppelte Alarmanlage funktioniert also nach dem Prinzip, dass einem Dieb durch die Sirene Angst eingejagt wird und er unverrichteter Dinge wieder abzieht.

Verbindung mit dem Handy des Eigentümers

Die zweite Möglichkeit ist, eine Alarmanlage mit dem Handy des Eigentümers zu verbinden. Diese Möglichkeit sehen mittlerweile alle Anlagen vor. Wird der Alarm ausgelöst, bekommt der Eigentümer eine Nachricht auf sein Handy – per Sprachnachricht oder über eine eigene App. Auch diese Möglichkeit hat allerdings Schwächen. Sollte ich nachts nicht im Haus sein und der Alarm geht los, weckt mich dann die Nachricht auf meinem Handy? Und falls ja, was tun? Wahrscheinlich würde man versuchen, schnellstmöglich zum Haus zu kommen oder einen Nachbarn zu kontaktieren. In beiden Fällen nimmt man einiges an Risiko auf sich.

Koppelung mit der Polizei

In einigen Gemeinden ist es möglich, seine Alarmanlage kostenlos mit der nächstgelegenen Polizeidienststelle zu koppeln. Theoretisch scheint dies die beste aller Möglichkeiten, in der Praxis hat sie allerdings Schwächen. Zum einen erfolgt die Anbindung einzig und allein über die Telefonleitung – den störungsanfälligsten und am einfachsten zu manipulierenden Kommunikationskanal. Sollte der Alarm auch bei der Polizei oder den Carabinieri eingehen, so sind deren Personalressourcen doch begrenzt und meist mit anderen Aufgaben – allen voran mit der Bekämpfung der organisierten Kriminalität und des Terrorismus, der Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und der Aufklärung von Verbrechen gegen Leib und Leben – ausgelastet. Die Ordnungshüter sind also nicht in der Lage sicherzustellen, dass sie auf einen Einbruchalaram aus Wohnungen oder Geschäften zeitgerecht reagieren können. Sollte es sich zudem um einen Fehlalarm handeln und die Polizei interveniert, kann dies sogar rechtliche Folgen nach sich ziehen – keine angenehme Vorstellung! Und Schlüssel können die Ordnungshüter schließlich auch keine verwahren.

Hält man sich all dies vor Augen, bleibt die Koppelung der eigenen Alarmanlage mit der Einsatzzentrale einer privaten Wachschutzgesellschaft die sicherste aller Möglichkeiten.

Erfahrene Mitarbeiter sind dort imstande, die Situation richtig einzuschätzen und darauf richtig zu reagieren. Natürlich wird es eine hundertprozentige Sicherheit vor Einbrüchen nie geben, die Wachschutzgesellschaft ist aber vertraglich verpflichtet, professionelle, bestens ausgebildete Wachleute einzusetzen und in kürzestmöglicher Zeit zu intervenieren.

Man hofft in jedem Fall, dass es nie zu einem Ernstfall kommt, aber man weiß ja: Vorsorgen ist besser.